Eine Kräuterspirale bereichert die Gewürzvielfalt Ihrer Küche, denn sie bietet die Möglichkeit, auf kleinstem Raum eine große Kräuter-Vielfalt anzubauen.

 

 

Kräuterspiralen erfreuen sich schon seit Jahren großer Beliebtheit. Denn auf wenig Raum kann man Kräuter mit verschiedensten Standortansprüchen zusammen pflanzen. So finden mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Lavendel, die eine Vorliebe für trockene und nährstoffarme Böden haben, ebenso einen Platz wie die heimische Pfefferminze, die es feucht und nährstoffreich liebt. Mit unserer ausführlichen Bauanleitung können Sie Schritt für Schritt eine Kräuterspirale selber bauen.

Wählen Sie für die Kräuterspirale einen vollsonnigen Platz im Garten, denn die meisten Kräuter brauchen viel Licht und Wärme. Die Anlage sollte nicht zu klein ausfallen, damit sich die verschiedenen Kräuter gut entfalten können. Für ein gutes Dutzend Pflanzen in einer etwa 80 Zentimeter hohen Kräuterspirale müssen Sie einen Mindestdurchmesser von rund drei Metern einplanen, das entspricht einer Fläche von etwa sieben Quadratmetern.

Schritt 1: Ist der Platz für Ihre Kräuterspirale festgelegt, stecken Sie als erstes mit Pflöcken und einer gespannten Schnur den Grundriss der Anlage ab. Orientieren Sie sich dabei an der Form eines Schneckenhauses. Die Spirale sollte sich später nach Süden hin öffnen. Heben Sie innerhalb der abgesteckten Fläche die Erde spatentief aus. Der Teichbereich wird etwa 40 Zentimeter tief ausgehoben.

 

 

 

 

 

Schritt 2: Außerhalb der Teichfläche wird die abgetragene Fläche der Spirale mit einer etwa zehn Zentimeter starken Schicht aus grobem Kies aufgefüllt. Sie dient als Fundament für die Mauer und sorgt dafür, dass es später keine Staunässe gibt. Nun wird die erste Reihe Steine in Form einer Spirale mit zwei Windungen gelegt. Wenn Sie Natursteine für die Trockenmauer verwenden, sollten diese mindestens faustdick sein. Auch Klinkersteine lassen sich gut verwenden. Der Aufbau der spiralförmigen Mauer erfolgt ohne Mörtel, denn das sieht natürlicher aus. Sie können die Fugen zwischen den Steinen beispielsweise mit Dost und Thymian bepflanzen. Gleichzeitig finden nützliche Tiere wie zum Beispiel Eidechsen in den Mauerspalten einen Unterschlupf.

 

 

 

Schritt 3: Füllen Sie als nächstes die Fläche mit einer Schicht grobem Schotter auf. Im Kern der Spirale sollte die Schicht gut 50 Zentimeter dick sein, zum Teich hin läuft die Schotterschicht allmählich aus. Bauen Sie dann die Spirale aus Steinen und Erde schrittweise auf, bis der innere, höchste Punkt der Spirale 80 Zentimeter Höhe erreicht hat. Nehmen Sie für die Verfüllung keine normale Gartenerde, sondern verwenden Sie für die verschiedenen Feuchtigkeitsbereiche Mischungen aus Erde, Sand und Kompost, die den Bedürfnissen der Pflanzen entsprechen. Es lassen sich vier Feuchtigkeitsbereiche unterscheiden: Für die oberste, trockene Zone wird der Gartenerde zur Hälfte Sand zugesetzt. Haben Sie stark lehmige Erde, geben Sie noch Kalksplitt (aus dem Baustoffhandel) hinzu. Nach unten hin nimmt der Sandanteil stetig ab. Stattdessen werden der Gartenerde humose Erde und Kompost zugegeben. Am Teichufer besteht die Mischung nur noch aus Erde und Kompost.

 

 

Schritt 4: Zum Schluss wird der Miniteich am Fuß der Kräuterspirale angelegt. Sie können dafür einen entsprechend großen Fertigteich verwenden, der in das Loch gesetzt wird, oder aber Teichfolie auslegen. Zuvor sollten Sie eine fünf Zentimeter dicke Schicht Sand einfüllen, damit die Folie vor Beschädigungen geschützt ist. Füllen Sie den Teich mit Wasser und kaschieren Sie dann den Folienrand mit großen Steinen. Ist die Kräuterspirale fertig gebaut, sollte man sie nicht gleich bepflanzen. Die eingefüllte Erde muss erst etwas sacken. Am besten warten Sie ein paar Regengüsse ab und füllen dann nach Bedarf Erde nach.

 

 

 

 

 

 

Querschnitt durch die Kräuterspirale

Um die einzelnen Bauabschnitte nochmals zu verdeutlichen, sehen Sie hier den Querschnitt durch die Kräuterschnecke.

Der Teich sollte rund 40 Zentimeter tief werden. Füllen Sie in die zuvor 1 ausgehobene Mulde eine fünf Zentimeter dicke 2 Schicht Sand. Darauf kommt die 3 Teichfolie und darüber eine weitere Schicht Sand. Die Grundfläche der Spirale wird mit einer etwa zehn Zentimeter starken 4 Schicht grobem Kies aufgefüllt. Mit Natursteinen oder Ziegeln wird ein Rand in Form einer Spirale mit zwei Windungen gelegt. Dann folgt eine Schicht 5 grober Schotter, die im Kern der Spirale etwa 50 Zentimeter dick sein sollte. Bauen Sie die Spirale aus Steinen und 6 gemischter Erde schrittweise auf. Verwenden Sie als Mischung Gartenerde mit Sand, zur Feuchtzone hin geben Sie humusreiche Erde und Kompost dazu.

 

Bepflanzung der Kräuterspirale

 

In der Zeichnung sehen Sie beispielhaft die Bepflanzung einer Kräuterspirale. Neben Klassikern wie Rosmarin, Lavendel und Schnittlauch wurden ein paar besondere Sorten ausgewählt, beispielsweise Orangen-Thymian (Thymus fragrantissimus) mit fruchtigem Aroma und Garten-Bergminze (Calamintha grandiflora). Letztere ersetzt die zum Wuchern neigende Pfefferminze.

Folgende Pflanzen haben wir für unsere Kräuterspirale verwendet:
Im nährstoffarmen, trockenen Sand im oberen Bereich wachsen 1 Rosmarin (Rosmarinus officinalis), 2 Lavendel (Lavandula angustifolia), 3 Orangen-Thymian (Thymus fragrantissimus), 4 Lavendel-Thymian (Thymus thracicus), 5 Ysop (Hyssopus officinalis) 6 Majoran (Origanum majorana), Rosa blühender 7 Salbei (Salvia officinalis ‘Rosea’) und 8 Berg-Bohnenkraut (Satureja montana).

Auf dem in mittlerer Höhe gelegenem, frischem und nährstoffreichem Boden gedeihen 9 Gelbbunte Melisse (Melissa officinalis ‘Variegata’), 10 Estragon (Artemisia dracunculus), 11 Schnittlauch (Allium schoenoprasum) und 12 Garten-Bergminze (Calamintha grandiflora).

Im unteren Bereich wächst auf feuchtem bis nassem Boden 13 Amerikanischer Kalmus (Acornus americanus), während 14 Wassernuss (Trapa natans) direkt auf dem Wasser gedeiht.

Damit Sie für Ihre Anlage eine größere Pflanzenauswahl zur Verfügung haben, finden Sie in der folgenden Liste eine Übersicht geeigneter ein- und mehrjähriger Kräuter für die verschiedenen Feuchtigkeitszonen. Von vielen Kräutern erhält man im Fachhandel zahlreiche Sorten. Sie zeichnen sich durch besondere Wuchsformen, Blüten- und Blattfarben aus sowie durch ausgefallene Aromen. So können Sie Ihr ganz persönliches Duft- und Geschmackspotpourri zusammenstellen.

Oberer Bereich (trockener Standort): Currykraut (Helichrysum italicum), Ysop (Hyssopus officinalis), Lavendel (Lavandula angustifolia), Majoran (Origanum majorana), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Berg-Bohnenkraut (Satureja montana), Thymian (Thymus vulgaris)

Mittlerer Bereich (mäßig trockener bis frischer Standort): Borretsch (Borago officinalis), Koriander (Coriandrum sativum), Gewürz-Fenchel (Foeniculum vulgare), Zitronen-Melisse (Melissa officinalis), Petersilie (Petroselinum crispum), Rauke (Eruca sativa), Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), Pimpinelle (Sanguisorba minor)

Unterer Bereich (frischer Standort): Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Dill (Anethum graveolens), Estragon (Artemisia dracunculus), Garten-Bergminze (Calamintha grandiflora), Liebstöckel (Levisticum officinale), Indianernessel (Monarda didyma)

Uferzone des Teichs (feuchter bis nasser Standort): Amerikanischer Kalmus (Acorus americanus), Pfefferminze (Mentha x piperita), Brunnenkresse (Nasturtium officinale)